Der Sommergarten verlängert Deine Terrassensaison
Ein Sommergarten ist rundum verglast und windgeschützt, aber unbeheizt und nicht gedämmt. Er wird auch Kaltwintergarten genannt. Damit kostet er einen Bruchteil eines Wohnwintergartens und ist in vielen Fällen verfahrensfrei. Wohnraum ersetzt er allerdings nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Kosten. Realistisch sind 8.000 bis 25.000 Euro, je nach Größe, Verglasung und Rahmenmaterial. Damit liegt er deutlich unter einem beheizten Wintergarten.
- Genehmigung. Oft verfahrensfrei, weil kein Aufenthaltsraum im Sinne der Bauordnung entsteht. Verbindlich entscheidet das die zuständige Bauaufsicht, und die Grenzen aus Art. 57 BayBO gelten trotzdem.
- Untergrund. Eine vorhandene, tragfähige Terrassenfläche reicht häufig aus. Ein frostfreies Streifenfundament ist nicht immer nötig, das entscheidet der Betrieb vor Ort.
- Nutzung. Realistisch von März bis Oktober. An sonnigen Wintertagen ist es mittags angenehm, morgens aber kalt.
- Bauzeit. Zwei bis vier Monate ab Auftrag, ein gutes Stück schneller als beim beheizten Wintergarten.
Was ein Sommergarten kostet
Die Spannen unten sind Erfahrungswerte für Bayern, inklusive Montage. Weil weder Dämmung noch aufwendiges Fundament nötig sind, fallen die Preise deutlich niedriger aus als beim Wohnwintergarten. Ein belastbarer Preis entsteht erst nach dem Aufmaß bei Dir vor Ort.
| Ausführung | Größe | Preisspanne | Wofür das steht |
|---|---|---|---|
| Einstieg, Aluminium | ca. 12 m² | 8.000 bis 14.000 € | Einfachverglasung, Schiebeelemente, Standardprofile |
| Mittelklasse, Aluminium | ca. 16 m² | 14.000 bis 22.000 € | Isolierverglasung im Dach, bessere Beschläge, größere Schiebeanlagen |
| Gehoben | ab 18 m² | 22.000 bis 40.000 € | Rahmenlose Schiebeelemente, Lamellendach, Beschattung und Beleuchtung |
| Mit Glasdach statt Kunststoff | ca. 16 m² | Aufpreis 2.000 bis 6.000 € | Langlebiger, pflegeleichter und leiser bei Regen |
Posten, die oft nicht im Angebot stehen
| Position | Größenordnung | Anmerkung |
|---|---|---|
| Untergrund herstellen | 1.500 bis 6.000 € | Nur nötig, wenn keine tragfähige Fläche vorhanden ist |
| Beschattung | 1.500 bis 6.000 € | Ohne Beschattung wird es im Hochsommer schnell zu warm |
| Lüftung | 500 bis 2.500 € | Dachlüfter oder Öffnungsflügel gegen Hitzestau |
| Elektrik und Beleuchtung | 600 bis 3.000 € | Steckdosen, Licht, gegebenenfalls Steuerung |
| Entwässerung | 400 bis 1.800 € | Anschluss der Regenrinne an die vorhandene Entwässerung |
| Statiknachweis | 400 bis 1.500 € | Auch bei verfahrensfreien Vorhaben oft sinnvoll |
Wenn ein Angebot deutlich unter 8.000 Euro liegt, handelt es sich meist um einen Bausatz ohne Montage oder um eine reine Terrassenüberdachung mit Seitenteilen. Das ist etwas anderes als ein rundum verglaster Sommergarten. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn in allen dasselbe drinsteht.
Material und Bauweise
Beim Sommergarten fällt die Materialwahl leichter als beim beheizten Wintergarten, weil keine Dämmwerte einzuhalten sind. Entscheidend sind Stabilität, Profilbreite und Pflegeaufwand.
Aluminium
der StandardHolz
die warme VarianteKunststoff
die günstige VarianteGlasdach oder Stegplatten
die Dachfrage
Der Unterschied zum beheizten Wintergarten
Ein Sommergarten ist bauphysikalisch etwas völlig anderes. Er trennt Dich von Wind und Regen, aber nicht vom Außenklima. Deshalb entfallen Dämmung, thermisch getrennte Profile und das frostfreie Fundament.
Genau das macht ihn günstig und in vielen Fällen verfahrensfrei. Es heißt aber auch, dass er im Winter nicht dauerhaft nutzbar ist und dass sich an kalten Tagen Kondenswasser an den Scheiben bilden kann. Das ist normal und kein Mangel.
Wer ganzjährig zusätzlichen Wohnraum braucht, ist mit dem beheizten Wohnwintergarten besser bedient, auch wenn er ein Vielfaches kostet.
Zum Wohnwintergarten im Vergleich →
Im Sommer ist Hitze das eigentliche Thema
Die häufigste Enttäuschung ist nicht der Winter, sondern der Juli. Ein verglaster Anbau nach Süden heizt sich ohne Beschattung stark auf, und weil keine Dämmung vorhanden ist, geht das schneller als beim Wohnwintergarten.
Wirksam ist außenliegende Beschattung, weil sie die Wärme abfängt, bevor sie durch das Glas kommt. Dazu kommen Lüftungsquerschnitte, die tatsächlich für Durchzug sorgen. Dachlüfter oben und Schiebeelemente unten sind die einfachste Kombination.
Ein Lamellendach löst beides auf einmal, kostet aber mehr als Glas mit Markise.
Von der Idee bis zur Montage
Planung und Aufmaß
Der Betrieb misst vor Ort auf und prüft, ob die vorhandene Terrassenfläche als Untergrund taugt. Das entscheidet über einen erheblichen Teil der Kosten.
Klärung des Baurechts
Häufig ist der Sommergarten verfahrensfrei. Der Betrieb klärt, ob das in Deinem Fall zutrifft und ob Abstandsflächen und Bebauungsplan eingehalten sind.
Fertigung
Die Konstruktion wird nach Aufmaß gefertigt. Das ist der längste Abschnitt und dauert je nach Auslastung mehrere Wochen.
Montage
Meist ein bis drei Tage. Danach folgen Beschattung, Elektrik und gegebenenfalls die Entwässerung.
Worauf Du Dich verlassen kannst
Betriebe aus Deinem Landkreis
Handwerker aus der Region, die die örtlichen Bauvorschriften und die Praxis der zuständigen Bauaufsicht kennen.
Höchstens drei Betriebe
Mehr bekommen Deine Anfrage nicht. Und wir sagen Dir, welche es sind.
Persönlich geprüft
Jede Anfrage schaut sich ein Mensch an, bevor sie weitergeht. Kein automatisiertes Durchreichen.
Kein Nachfass-Dauerfeuer
Höchstens ein Rückruf von uns, und nur bei offenen Fragen. Danach melden sich ausschließlich die Betriebe.
Braucht ein Sommergarten eine Genehmigung?
Häufig nicht, aber die Antwort hängt an der konkreten Ausführung und an der Bewertung durch die zuständige Bauaufsicht. Eine pauschale Zusage wäre unseriös.
Was für die Einordnung zählt
- Gebäude bis 75 m³ Brutto-Rauminhalt sind nach Art. 57 BayBO verfahrensfrei, außer im Außenbereich. Dort liegt die Grenze für Gebäude ohne Aufenthaltsräume bei 20 m³.
- Terrassenüberdachungen sind bis 30 m² Fläche verfahrensfrei. Kommen Seitenwände dazu, kann die Einordnung wechseln.
- Entscheidend ist, ob ein Aufenthaltsraum entsteht. Ein unbeheizter Sommergarten ist das in der Regel nicht, ein beheizter dagegen schon.
Der Übergang ist fließend. Wer den Sommergarten später beheizt, ändert damit die baurechtliche Bewertung, unabhängig davon, was ursprünglich genehmigt oder verfahrensfrei war.
Verfahrensfrei heißt außerdem nicht regelfrei. Abstandsflächen, Festsetzungen des Bebauungsplans und die Standsicherheit gelten unabhängig davon. Die Verantwortung dafür trägst Du selbst.
Rechtsgrundlage ist Art. 57 BayBO. Diese Darstellung ersetzt keine Rechtsberatung und keine Auskunft der zuständigen Behörde.
Häufig gefragt
Was kostet ein Sommergarten?
Realistisch sind 8.000 bis 25.000 Euro inklusive Montage, abhängig von Größe, Verglasung und Rahmenmaterial. Ein Glasdach statt Kunststoffplatten kostet 2.000 bis 6.000 Euro Aufpreis, lohnt sich aber über die Nutzungsdauer.
Was ist der Unterschied zwischen Sommergarten und Kaltwintergarten?
Kein Unterschied, die Begriffe werden synonym verwendet. Gemeint ist immer die unbeheizte, einfacher verglaste Variante ohne Dämmung.
Brauche ich für einen Sommergarten eine Baugenehmigung?
Häufig nicht, weil in der Regel kein Aufenthaltsraum im Sinne der Bauordnung entsteht. Verbindlich entscheidet die zuständige Bauaufsichtsbehörde. Die Grenzen aus Art. 57 BayBO, also 75 m³ Brutto-Rauminhalt beziehungsweise 30 m² bei Terrassenüberdachungen, gelten unabhängig davon.
Kann ich den Sommergarten im Winter nutzen?
Eingeschränkt. Bei Sonne wird es auch im Januar mittags angenehm warm, nachts und an trüben Tagen liegt die Temperatur aber nur wenige Grad über der Außentemperatur. Als dauerhaft nutzbarer Raum taugt er im Winter nicht.
Reicht meine vorhandene Terrasse als Untergrund?
Oft ja, das ist einer der großen Kostenvorteile. Voraussetzung ist, dass die Fläche tragfähig, eben und ausreichend dimensioniert ist. Ob ein zusätzliches Fundament nötig wird, entscheidet der Fachbetrieb beim Aufmaß.
Bildet sich Kondenswasser?
Ja, an kalten Tagen ist das normal und kein Mangel. Weil keine thermische Trennung vorhanden ist, kühlen die Scheiben auf Außentemperatur ab. Eine gute Lüftung reduziert das deutlich.
Kann ich den Sommergarten später beheizen?
Technisch ja, sinnvoll selten. Ohne Dämmung und mit einfacher Verglasung sind die Heizkosten hoch. Zusätzlich ändert sich die baurechtliche Einordnung, weil dann ein beheizter Aufenthaltsraum entsteht.
Wie viele Betriebe erhalten meine Anfrage?
Höchstens drei, und wir sagen Dir, welche. Vorher prüfen wir Deine Angaben. Bleibt dabei etwas offen, rufen wir Dich kurz an. Wenn Du ausdrücklich nur ein einziges Angebot möchtest, sag uns kurz Bescheid.
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