Mehr nutzbare Terrasse, mit dem kleinsten Eingriff
Eine Terrassenüberdachung ist offen und hat mindestens eine freie Seite. Damit ist sie der schnellste und günstigste Weg zu mehr nutzbarer Fläche, und in Bayern ist sie bis 30 m² nach Art. 57 BayBO verfahrensfrei. Später lässt sie sich mit Seitenelementen zum Sommergarten erweitern.
Das Wichtigste in Kürze
- Kosten. Realistisch sind 3.500 bis 15.000 Euro. Ein Lamellendach liegt deutlich darüber, oft bei 12.000 bis 30.000 Euro.
- Genehmigung. In Bayern bis zu einer Fläche von 30 m² verfahrensfrei nach Art. 57 BayBO. Das ist die klarste Regel unter allen drei Gewerken.
- Untergrund. Eine vorhandene, tragfähige Terrassenplatte reicht meist. Punktfundamente für die Stützen sind je nach Konstruktion trotzdem nötig.
- Schneelast. Der wichtigste Faktor für die Statik. In den Höhenlagen des Bayerischen Waldes oder im Allgäu fällt die Unterkonstruktion deutlich kräftiger aus als im Donautal.
- Bauzeit. Vier bis zehn Wochen ab Auftrag. Die Montage selbst dauert meist ein bis zwei Tage.
Was eine Terrassenüberdachung kostet
Die Spannen unten sind Erfahrungswerte für Bayern, inklusive Montage. Der größte Preistreiber ist das Dach, danach kommen Größe und Schneelast. Ein belastbarer Preis entsteht erst nach dem Aufmaß bei Dir vor Ort.
| Ausführung | Größe | Preisspanne | Wofür das steht |
|---|---|---|---|
| Kunststoffdach, Aluminium | ca. 15 m² | 3.500 bis 6.500 € | Stegplatten aus Polycarbonat, einfache Pfosten-Riegel-Konstruktion |
| Glasdach, Aluminium | ca. 15 m² | 6.500 bis 12.000 € | Verbund-Sicherheitsglas, stabilere Unterkonstruktion |
| Glasdach, größere Spannweite | ab 25 m² | 12.000 bis 20.000 € | Freistehend oder über Eck, verstärkte Statik |
| Lamellendach | ca. 15 bis 20 m² | 12.000 bis 30.000 € | Verstellbare Aluminiumlamellen, ersetzt die Beschattung |
Posten, die oft nicht im Angebot stehen
| Position | Größenordnung | Anmerkung |
|---|---|---|
| Punkt- oder Streifenfundamente | 600 bis 3.500 € | Abhängig von Untergrund und Anzahl der Stützen |
| Entwässerung | 400 bis 1.800 € | Anschluss der Rinne an die vorhandene Entwässerung |
| Seitenteile und Windschutz | 800 bis 5.000 € | Feste Elemente oder Schiebeanlagen |
| Beschattung | 1.200 bei Markise bis 6.000 € | Entfällt beim Lamellendach |
| Beleuchtung und Elektrik | 400 bis 2.500 € | LED-Leisten in den Profilen, Steckdosen, Steuerung |
| Statiknachweis | 400 bis 1.500 € | Auch bei verfahrensfreien Vorhaben sinnvoll, besonders in Schneelastregionen |
Sei vorsichtig bei Angeboten unter 3.000 Euro. Dahinter steckt fast immer ein Bausatz ohne Montage und ohne Statiknachweis. Gerade in Höhenlagen ist das riskant, weil die Schneelast dort über dem liegt, wofür Baumarktsysteme ausgelegt sind.
Dach und Material
Beim Dach entscheidet sich, wie lange die Konstruktion gut aussieht und wie viel Pflege sie braucht. Die Unterkonstruktion bestimmt, welche Spannweiten möglich sind.
Verbund-Sicherheitsglas
der StandardStegplatten aus Kunststoff
die günstige VarianteLamellendach
die flexible VarianteAluminium oder Holz
die Unterkonstruktion
Lohnt sich ein Lamellendach?
Ein Lamellendach kostet ungefähr das Doppelte einer Glasüberdachung. Dafür ersetzt es die Beschattung gleich mit und macht die Terrasse bei jedem Wetter nutzbar.
Der Vorteil liegt in der Steuerbarkeit. Im Hochsommer stellst Du die Lamellen schräg, dann bleibt es kühl und luftig. Bei Regen schließt Du sie, und es bleibt trocken. Unter einem Glasdach brauchst Du für dasselbe Ergebnis eine Markise und eine Möglichkeit zu lüften.
Zu prüfen ist die zulässige Schneelast. In Höhenlagen ist das ein echtes Thema, viele Systeme müssen dort im Winter geöffnet oder verstärkt werden.

Warum die Schneelast über den Preis entscheidet
Die Schneelast richtet sich nach Höhenlage und Region und geht direkt in die Statik ein. Zwischen dem Donautal auf 300 Metern und Freyung auf 655 Metern liegen Welten.
Praktisch heißt das, dass dieselbe Überdachung in unterschiedlichen Orten unterschiedlich viel kostet, weil Profilquerschnitte, Stützenabstände und Fundamente angepasst werden müssen. Ein Angebot, das für beide Lagen denselben Preis aufruft, hat die Lage vermutlich nicht berücksichtigt.
Ein Betrieb aus der Region kennt diesen Unterschied. Genau deshalb vermitteln wir regional und nicht bundesweit.
Von der Idee bis zur Montage
Planung und Aufmaß
Der Betrieb misst vor Ort auf, prüft die Tragfähigkeit der Terrassenplatte und klärt, wo die Stützen stehen können.
Statik und Baurecht
Bis 30 m² ist die Überdachung in Bayern verfahrensfrei. Der Statiknachweis ist trotzdem sinnvoll, in Schneelastregionen besonders.
Fertigung
Die Konstruktion wird nach Aufmaß gefertigt. Das dauert je nach Auslastung mehrere Wochen und ist der längste Abschnitt.
Montage
Meist ein bis zwei Tage. Danach folgen Entwässerung, Beschattung und gegebenenfalls die Beleuchtung.
Worauf Du Dich verlassen kannst
Betriebe aus Deinem Landkreis
Handwerker aus der Region, die die örtlichen Bauvorschriften und die Praxis der zuständigen Bauaufsicht kennen.
Höchstens drei Betriebe
Mehr bekommen Deine Anfrage nicht. Und wir sagen Dir, welche es sind.
Persönlich geprüft
Jede Anfrage schaut sich ein Mensch an, bevor sie weitergeht. Kein automatisiertes Durchreichen.
Kein Nachfass-Dauerfeuer
Höchstens ein Rückruf von uns, und nur bei offenen Fragen. Danach melden sich ausschließlich die Betriebe.
Baugenehmigung in Bayern
Hier ist die Rechtslage so klar wie bei keinem anderen Gewerk. Art. 57 BayBO nennt Terrassenüberdachungen ausdrücklich.
Was in Art. 57 BayBO tatsächlich steht
- Terrassenüberdachungen sind bis zu einer Fläche von 30 m² verfahrensfrei.
- Die oft zitierte Grenze von drei Metern Tiefe steht so nicht im Gesetz. Maßgeblich ist die Fläche.
- Kommen Seitenwände dazu und entsteht ein geschlossener Raum, kann die Einordnung wechseln. Dann gelten die Regeln für Gebäude.
Verfahrensfrei heißt nicht regelfrei. Abstandsflächen zum Nachbargrundstück, Festsetzungen des Bebauungsplans und örtliche Gestaltungssatzungen gelten unabhängig davon, ebenso die Standsicherheit. Wer verfahrensfrei baut, trägt die Verantwortung dafür selbst.
Gerade die Abstandsflächen sind der häufigste Stolperstein, weil Terrassen oft nah an der Grundstücksgrenze liegen. Ein kurzer Anruf bei der zuständigen Bauaufsicht kostet nichts und erspart im Zweifel den Rückbau.
Rechtsgrundlage ist Art. 57 Abs. 1 BayBO. Diese Darstellung ersetzt keine Rechtsberatung und keine Auskunft der zuständigen Behörde.
Häufig gefragt
Was kostet eine Terrassenüberdachung?
Mit Kunststoffdach beginnt es bei etwa 3.500 Euro, mit Glasdach bei etwa 6.500 Euro, jeweils inklusive Montage für rund 15 m². Ein Lamellendach liegt bei 12.000 bis 30.000 Euro. Fundamente, Entwässerung und Beschattung kommen je nach Ausführung dazu.
Brauche ich eine Baugenehmigung?
In Bayern sind Terrassenüberdachungen bis 30 m² Fläche nach Art. 57 BayBO verfahrensfrei. Die verbreitete Angabe von drei Metern Tiefe steht so nicht im Gesetz. Abstandsflächen, Bebauungsplan und Standsicherheit gelten trotzdem.
Glas oder Kunststoff?
Glas, wenn die Überdachung dauerhaft gut aussehen soll. Es vergilbt nicht, ist leichter zu reinigen und bei Regen deutlich leiser. Kunststoff ist günstiger und leichter, altert aber sichtbar und setzt in den Hohlkammern Schmutz an.
Was ist bei Schnee zu beachten?
Die Schneelast richtet sich nach Höhenlage und Region und bestimmt die Dimensionierung der Unterkonstruktion. In den Höhenlagen des Bayerischen Waldes und im Allgäu fällt sie deutlich höher aus als im Donautal. Baumarktsysteme sind dafür oft nicht ausgelegt.
Kann ich die Überdachung später zum Sommergarten erweitern?
Ja, das ist ein üblicher Weg. Seitliche Verglasung oder Schiebeelemente lassen sich nachrüsten, wenn die Unterkonstruktion dafür ausgelegt ist. Sag das dem Betrieb beim Aufmaß, dann wird gleich passend dimensioniert. Achte darauf, dass sich mit dem Schließen die baurechtliche Einordnung ändern kann.
Reicht meine vorhandene Terrasse als Untergrund?
Für die Fläche selbst meist ja. Die Stützen brauchen aber in der Regel eigene Punktfundamente, die frostfrei gegründet sind. Ob die vorhandene Platte das leisten kann, entscheidet der Fachbetrieb vor Ort.
Wie lange dauert die Montage?
Die eigentliche Montage dauert meist ein bis zwei Tage. Rechne ab Auftrag mit vier bis zehn Wochen, weil die Konstruktion nach Aufmaß gefertigt wird.
Wie viele Betriebe erhalten meine Anfrage?
Höchstens drei, und wir sagen Dir, welche. Vorher prüfen wir Deine Angaben. Bleibt dabei etwas offen, rufen wir Dich kurz an. Wenn Du ausdrücklich nur ein einziges Angebot möchtest, sag uns kurz Bescheid.
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BauartLamellendach
Wie es funktioniert, was es kostet und wann es sich lohnt.
MaterialGlasdach
Verbund-Sicherheitsglas, Reinigung und Haltbarkeit.
MaterialKunststoffdach
Stegplatten im ehrlichen Vergleich, Vorteile und Alterung.
BauformFreistehend
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