Wintergarten Sommergarten Terrassenüberdachung Ratgeber Für Fachbetriebe 0159 01967533
Fachbetriebe aus Niederbayern

Der Wintergarten, der das ganze Jahr funktioniert

Ein Wohnwintergarten ist beheizt, gedämmt und thermisch vom Außenklima getrennt. Anders als ein Sommergarten ist er echte Wohnfläche. Das macht ihn teurer und fast immer genehmigungspflichtig. Hier steht, womit Du rechnen musst, bevor Du das erste Angebot einholst.

Kostenlos und unverbindlich · Höchstens drei Betriebe erhalten Deine Anfrage
Wohnhaus mit angebautem Wintergarten und großflächiger Verglasung zum Garten

Das Wichtigste in Kürze

  • Kosten. Realistisch sind 25.000 bis 70.000 Euro für einen schlüsselfertigen Wohnwintergarten. Nach oben ist die Spanne offen, nach unten endet sie selten unter 20.000 Euro.
  • Genehmigung. In Bayern ist ein beheizter Wohnwintergarten praktisch immer genehmigungspflichtig, denn in der Liste der verfahrensfreien Vorhaben nach Art. 57 BayBO taucht er nicht auf.
  • Fundament. Ein frostfreies, gedämmtes Fundament ist Pflicht. Es gehört zu den Posten, die in günstigen Angeboten gerne fehlen.
  • Bauzeit. Rechne ab Auftrag mit drei bis sechs Monaten. Der Großteil davon entfällt auf Planung, Genehmigung und Fertigung, die Montage selbst dauert meist nur wenige Tage.
  • Energie. Ein Wohnwintergarten unterliegt dem Gebäudeenergiegesetz. Verglasung und Profile müssen die dortigen Anforderungen erfüllen.
Kosten

Was ein Wintergarten kostet

Die Preisspannen unten sind Erfahrungswerte für Niederbayern, schlüsselfertig inklusive Montage. Ein belastbarer Preis entsteht erst nach dem Aufmaß bei Dir vor Ort, denn Untergrund, Anschluss ans Haus und Statik verschieben ihn erheblich.

Richtwerte inklusive Montage, ohne Fundament- und Erdarbeiten. Stand 2026.
AusführungGrößePreisspanneWofür das steht
Einstieg, Aluminiumca. 12 m²20.000 bis 30.000 €Standardprofile, Zweifachverglasung, einfache Rechteckform
Mittelklasse, Aluminiumca. 18 m²32.000 bis 48.000 €Dreifachverglasung, bessere Profildämmung, Schiebeelemente
Holz-Aluminiumca. 18 m²40.000 bis 60.000 €Holz innen, Aluminium außen, wartungsarm bei warmer Optik
Gehoben oder Sonderformab 20 m²60.000 bis über 100.000 €Über Eck, Sonderstatik, große Schiebeanlagen, Automatik

Posten, die oft nicht im Angebot stehen

Diese Positionen kommen häufig obendrauf. Frag im Angebot gezielt danach.
PositionGrößenordnungAnmerkung
Fundament und Erdarbeiten3.000 bis 12.000 €Abhängig von Untergrund und Aushubtiefe
Heizung und Anbindung1.500 bis 6.000 €Fußbodenheizung, Heizkörper oder Splitgerät
Beschattung2.000 bis 9.000 €Außenbeschattung ist wirksamer und teurer als innen
Lüftung und Automatik1.000 bis 5.000 €Dachlüfter und Sensorik gegen Hitzestau im Sommer
Baugenehmigung und Statik800 bis 3.500 €Planung, Nachweise, Gebühren
Elektrik, Boden, Malerarbeiten1.500 bis 8.000 €Wird oft als Eigenleistung eingeplant

Sei vorsichtig bei Angeboten deutlich unter 20.000 Euro. Dahinter steckt meist ein unbeheizter Sommergarten, ein reiner Bausatz ohne Montage oder ein Angebot ohne Fundament. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn in allen dasselbe drinsteht.

Material

Material und Bauweise

Das Rahmenmaterial entscheidet über Optik, Pflegeaufwand und Preis. Und darüber, wie schlank die Profile ausfallen können.

01

Aluminium

der Standard
Thermisch getrennte Profile, sehr schlank und formstabil, praktisch wartungsfrei. Erlaubt große Glasflächen bei geringer Rahmenbreite.
Preisindexmittel
02

Holz-Aluminium

die Kombination
Innen sichtbares Holz für die warme Optik, außen eine Aluminiumschale als Wetterschutz. Teurer in der Anschaffung, dafür kaum Pflege außen.
Preisindexhoch
03

Holz

die klassische Variante
Sehr gute Dämmwerte und angenehmes Raumklima. Braucht regelmäßige Pflege der Außenflächen, sonst leidet die Konstruktion.
Preisindexmittel
04

Kunststoff

die günstige Variante
Niedriger Anschaffungspreis, aber breitere Profile und geringere Stabilität. Für große Spannweiten und Wohnwintergärten nur eingeschränkt geeignet.
Preisindexniedrig
Warm oder kalt, das ist die Entscheidung vor allen anderen

Warm oder kalt, das ist die Entscheidung vor allen anderen

Ein Wohnwintergarten ist beheizt und gedämmt und zählt damit zur Wohnfläche. Das bringt die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes mit sich, macht das Vorhaben genehmigungspflichtig und erhöht die Kosten deutlich.

Ein Sommergarten ist unbeheizt, einfacher verglast und deshalb erheblich günstiger. Er verlängert Deine Terrassensaison um mehrere Monate, ersetzt aber keinen Wohnraum.

Diese Entscheidung sollte am Anfang stehen, denn sie bestimmt Fundament, Verglasung, Genehmigung und Budget.

Zum Sommergarten im Vergleich →
Wo Hitze und Kondenswasser entstehen

Wo Hitze und Kondenswasser entstehen

Die häufigste Enttäuschung nach dem Bau ist nicht der Winter, sondern der Sommer. Ohne wirksame Beschattung und ausreichende Lüftungsquerschnitte heizt sich ein verglaster Anbau nach Süden stark auf.

Außenliegende Beschattung wirkt deutlich besser als innenliegende, weil sie die Wärme abfängt, bevor sie durch das Glas kommt. Das kostet mehr und sollte trotzdem von Anfang an eingeplant werden.

Beim Anschluss ans Haus entscheidet die Ausführung darüber, ob später Kondenswasser oder Wärmebrücken auftreten. Frag im Angebot gezielt danach.

Ablauf

Von der Idee bis zur Montage

1

Planung und Aufmaß

Der Betrieb misst bei Dir vor Ort auf, prüft Untergrund und Anschlusssituation und klärt, was baurechtlich möglich ist. Erst danach ist ein Angebot belastbar.

2

Genehmigung

Der Bauantrag geht über die Gemeinde an das Landratsamt. Die Bearbeitungsdauer schwankt je nach Landkreis und Auslastung deutlich.

3

Fundament und Fertigung

Während das Fundament entsteht und aushärtet, wird die Konstruktion nach Aufmaß gefertigt. Das ist der längste Abschnitt.

4

Montage

Die eigentliche Montage dauert meist nur wenige Tage. Danach folgen Innenausbau, Elektrik und Beschattung.

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Worauf Du Dich verlassen kannst

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Handwerker aus der Region, die die örtlichen Bauvorschriften und die Praxis der zuständigen Bauaufsicht kennen.

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Persönlich geprüft

Jede Anfrage schaut sich ein Mensch an, bevor sie weitergeht. Kein automatisiertes Durchreichen.

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Baurecht

Baugenehmigung in Bayern

Die Bayerische Bauordnung listet in Art. 57 abschließend auf, welche Vorhaben verfahrensfrei sind. Ein beheizter Wohnwintergarten steht dort nicht und ist damit genehmigungspflichtig.

Was in Art. 57 BayBO tatsächlich steht

  • Gebäude mit einem Brutto-Rauminhalt bis 75 m³ sind verfahrensfrei, außer im Außenbereich. Dort gilt für Gebäude ohne Aufenthaltsräume eine Grenze von 20 m³.
  • Terrassenüberdachungen sind bis zu einer Fläche von 30 m² verfahrensfrei.
  • Ein beheizter Wohnwintergarten fällt unter keine dieser Ziffern und ist deshalb genehmigungspflichtig.

Verfahrensfrei bedeutet außerdem nicht regelfrei. Abstandsflächen zum Nachbargrundstück, Festsetzungen des Bebauungsplans und Vorgaben zur Statik gelten unabhängig davon, ob ein Antrag nötig ist. Wer verfahrensfrei baut, trägt die Verantwortung für die Einhaltung selbst.

Was in Deinem Fall gilt, entscheidet die zuständige Bauaufsichtsbehörde, im Raum Passau also das jeweilige Landratsamt oder die Stadt Passau. Ein Fachbetrieb aus der Region kennt die örtliche Praxis und übernimmt diesen Teil in der Regel mit.

Rechtsgrundlage ist Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 BayBO. Diese Darstellung ersetzt keine Rechtsberatung und keine Auskunft der zuständigen Behörde.

Fragen

Häufig gefragt

Was kostet ein Wintergarten in Niederbayern?

Für einen schlüsselfertigen Wohnwintergarten liegen realistische Preise zwischen 25.000 und 70.000 Euro. Der Preis hängt vor allem von Größe, Verglasung, Rahmenmaterial und Fundament ab. Nach unten endet die Spanne selten unter 20.000 Euro, denn Angebote darunter betreffen meist einen unbeheizten Sommergarten oder enthalten kein Fundament.

Brauche ich in Bayern eine Baugenehmigung für einen Wintergarten?

In aller Regel ja. Art. 57 BayBO zählt die verfahrensfreien Vorhaben abschließend auf, und ein beheizter Wohnwintergarten ist dort nicht aufgeführt. Verfahrensfrei sind unter anderem Gebäude bis 75 m³ Brutto-Rauminhalt außerhalb des Außenbereichs sowie Terrassenüberdachungen bis 30 m². Verbindlich entscheidet die zuständige Bauaufsichtsbehörde.

Was ist der Unterschied zwischen Wintergarten und Sommergarten?

Ein Wohnwintergarten ist beheizt, gedämmt und thermisch vom Außenklima getrennt. Er zählt zur Wohnfläche und unterliegt dem Gebäudeenergiegesetz. Ein Sommergarten ist unbeheizt und einfacher verglast. Er ist deutlich günstiger und verlängert die Terrassensaison, ersetzt aber keinen Wohnraum.

Wie lange dauert der Bau?

Ab Auftragserteilung sind drei bis sechs Monate realistisch. Der größte Teil entfällt auf Planung, Genehmigungsverfahren und Fertigung. Die Montage bei Dir vor Ort dauert bei einer Standardkonstruktion meist nur wenige Tage.

Welches Rahmenmaterial ist das richtige?

Aluminium ist der Standard, weil es wartungsarm und formstabil ist und schlanke Profile erlaubt. Holz-Aluminium verbindet warme Innenoptik mit pflegeleichter Außenseite, kostet aber mehr. Reines Holz dämmt sehr gut, braucht außen jedoch regelmäßige Pflege. Kunststoff ist günstig, für Wohnwintergärten wegen breiterer Profile und geringerer Stabilität aber nur eingeschränkt geeignet.

Wird ein Wintergarten im Sommer nicht zu heiß?

Ohne Beschattung und ausreichende Lüftung ja. Außenliegende Beschattung wirkt deutlich besser als innenliegende, weil sie die Wärme abfängt, bevor sie durch das Glas gelangt. Zusammen mit Dachlüftern oder automatisch gesteuerten Öffnungsflügeln lässt sich das Problem gut lösen. Beides solltest Du von Anfang an einplanen und nicht nachrüsten.

Brauche ich ein neues Fundament?

Für einen beheizten Wohnwintergarten fast immer. Er benötigt ein frostfreies, gedämmtes Fundament, das die Lasten der Konstruktion aufnimmt. Eine vorhandene Terrassenplatte reicht dafür in den seltensten Fällen aus. Das Fundament gehört zu den Posten, die in günstigen Angeboten häufig fehlen.

Wie viele Betriebe erhalten meine Anfrage?

Höchstens drei, und wir sagen Dir, welche. Vorher prüfen wir Deine Angaben. Bleibt dabei etwas offen, rufen wir Dich kurz an. Wenn Du ausdrücklich nur ein einziges Angebot möchtest, sag uns kurz Bescheid.

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